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Über Zeitarbeit in den ersten Arbeitsmarkt -­ wie soll das denn gehen?

So seh´ ich das
Über Zeitarbeit in den ersten Arbeitsmarkt ­- wie soll das denn gehen? Zeitarbeit ist Teil des ersten Arbeitsmarkts!


Seit Zeitarbeit (namentlich im Zuge der faktischen Zwangstarifierung) bei der Politik in Mode gekommen ist und dabei auch gern der sogenannte "Klebeeffekt" angeführt wird, hört oder sieht man immer wieder die Floskel, Zeitarbeit biete – als Sprungbrett – die Möglichkeit, in den "ersten" Arbeitsmarkt zu gelangen. Das aber würde ja bedeuten, Zeitarbeit sei dem "zweiten" Arbeitsmarkt zuzurechnen.

Was unterscheidet denn den "ersten" vom "zweiten" Arbeitsmarkt? Macht man sich in verschiedenen Nachschlagewerken schlau, so sind die Erläuterungen, die man dort findet, zwar nicht wortgleich, aber sinngemäß sagen sie übereinstimmend alle dasselbe aus: Der "erste" Arbeitsmarkt ist der "normale" Arbeitsmarkt. Hier treffen Angebot an und Nachfrage nach menschlicher Arbeitsleistung zusammen. Arbeitsverhältnisse kommen ohne Maßnahmen der aktiven Beschäftigungspolitik zustande. Auf dem "zweiten" Arbeitsmarkt hingegen werden Arbeitsplätze oder Beschäftigungsverhältnisse mithilfe von öffentlichen Fördermitteln geschaffen oder erhalten.

Also: Wer direkt oder indirekt behauptet, Zeitarbeit gehöre zum "zweiten" Arbeitsmarkt, hat wohl schlicht und ergreifend keine Ahnung, was Zeitarbeit ist.

Zeitarbeitunternehmen sind Arbeitgeber wie alle anderen auch. (Dass es dieses Hinweises immer noch bedarf, kommt einem so vor, als müsse man immer noch erklären, dass die Erde keine Scheibe ist.) Zeitarbeit bietet Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern interessante und abwechslungsreiche Dauerarbeitsplätze, sichere Beschäftigungsmöglichkeiten mit vollem arbeits­ und sozialrechtlichem Schutz. Diese Arbeitsplätze zeichnen sich zudem durch ein Plus an Zeitsouveränität, sammelbaren Berufserfahrungen und verschiedenen Möglichkeiten des Wiedereinstiegs und Wechsels aus. Das sind zusätzliche Chancen, die andere Arbeitsverhältnisse (in der Regel) nicht bieten.

Demzufolge kann man mit Fug und Recht behaupten: Zeitarbeit gehört ohne jede Frage in den Arbeitsmarkt "eins". Gäbe es einen solchen, müsste man sie sogar dem Arbeitsmarkt "eins plus" zurechnen. – So seh´ ich das.

Herzlichst Ihr
Peter Gröger

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